Was ist functional fitness / functional training?

In der letzten Zeit stoße ich immer häufiger auf die Begriffe „functional fitness“ und „functional training“. Dass dieser Trend stark wächst und von vielen Sportler akzeptiert wird, steht außer Frage. Leider werden die Begriffe teilweise völlig falsch verstanden und für Übungen verwendet, die letztendlich wenig mit funktionellem Training zu tun.

Wie functional fitness missverstanden wird

Ich muss gestehen, dass vor allem Crossfitter funktionelles Training so abwandeln, dass es nahezu lächerlich wird. Wobei sich dieses Phänomen weniger auf die Profis bezieht als auf die vielen Möchtegern-Crossfitter. Das klassische Beispiel ist die einbeinige Kniebeuge auf der Kettlebell oder wie es der Crossfitter nennen würde: „kettlebell-pistol“ oder „kettlebell single-legged squat“. Bei dieser Übung wird eine Kniebeuge auf einem Bein und auf einer Kettlebell stehend ausgeführt. Es ist mit Sicherheit eine nette Leistung, diesen Balanceakt zu vollführen. Es ist mit Sicherheit auch ein netter Werbeeffekt, wenn ich Bilder dieser Übung auf Webseiten der Crossfit-Boxen sehe. Aber was soll daran funktionell sein?

Was functional training wirklich ist

Es gibt eine klare und eindeutige Definition für funktionelles Training. Die entscheidenden Kernpunkte sind, dass die Übung mehrgelenkig und alltagsnah ist. Damit ist der Bizeps-Curl als eingelenkige Übung nicht funktionell. Die Kniebeuge hingegen bezieht im wesentlichen Bewegungen um die Kniegelenke und die Hüfte mit ein und ist somit mehrgelenkig. Außerdem ist die Kniebeuge Grundlage für zahlreiche Aktionen aus dem Alltag. Wenn ich mir die Schuhe zubinde, vollführe ich eine Abwandlung der Kniebeuge.
Die einbeinige Kniebeuge auf der Kettlebell ist sicherlich mehrgelenkig. Aber wo findet diese Bewegung im Alltag statt? Ich behaupte: Bei nahezu allen Menschen gar nicht. Kettlebell-pistols sind damit aus funktioneller Sicht völliger Quatsch und sollten daher nicht als functional fitness bezeichnet werden. Wer zeigen möchte, dass er eine einbeinige Kniebeuge beherrscht und das Gleichgewicht auf der Kettlebell halten kann, darf die Übung gerne weiterhin ausführen. Aber er möge sie bitte nicht als funtional training bezeichnen.

Wie die Grenzen verschwimmen

Im letzten Absatz schrieb ich, dass die kettlebell-pistol im Alltag der meisten Menschen nicht vorkommt. Dies ist ein wichtiger Punkt, der functional training leider sehr schwammig macht. Der Alltag einer Büroarbeiters sieht sicherlich aus als der Alltag eines Dachdeckers. Und der Dachdecker bewegt sich weitgehend anders als der Wettkampfschwimmer. Für jeden Menschen sind somit andere Übungen funktionell. Auch seltsam anmutende Übungen können daher aus funktioneller Sicht sinnvoll sein und sollten nicht unmittelbar verurteilt werden. Fakt ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass es einige Grundübungen gibt, die für eigentlich jeden Menschen essentiell sind, weil sie die Basis für viele Bewegungen in Alltag und Beruf darstellen. Die Kniebeuge als solche Übungen habe ich bereits beschrieben. Ebenso hinzuziehen möchte ich das Kreuzheben als Vertreter der Hebebewegungen und das Schulterdrücken für Überkopfbewegungen. Wie diese Übungen nun funktionell gestaltet werden, ist sehr flexibel. Das Kreuzheben kann beispielsweise klassisch mit der Langhantel oder mit einer Kettlebell ausgeführt werden. Es kann langsam oder dynamisch, mit anschließendem „high-pull“ oder auch ohne absolviert werden. Functional fitness ist ein sehr breit gefächerte Begriff und sollte daher umso besser verstanden werden.

Fragen rund um functional fitness und functional training beantworten wir gerne in unseren Online Services.

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