Das Prinzip Low Carb: Die Wahrheit Teil 1

Low Carb ist ein Thema, das in den letzten Jahren sehr in den Vordergrund gerückt ist. Kohlenhydrate werden verteufelt und Diäten ohne Carbs versprechen Wunder. Mit dieser mehrteiligen Artikelreihe in Kooperation mit unserem Partner-Blog auf www.dortmund-ernährungsberatung.de möchten wir endlich aufklären!

Was ist Low Carb

Low Carb ist eine Ernährungsweise, die sich sehr stark auf den Einsatz von Kohlenhydraten bezieht. Der Begriff leitet sich von „carbohydrates“, dem englischen Namen für Kohlenhydrate ab. Carb ist demnach die Abkürzung für Kohlenhydrate und Low Carb eine kohlenhydrat-reduzierte Diät. Das Konzept, die Kohlenhydrate zu reduzieren, ist keine Neuheit und seit sehr vielen Jahren bereits bekannt. Dennoch hat es in jüngster Zeit wieder eine Art „revival“ gegeben: Die Low Carb Diäten erfreuen sich erneut wachsender Beliebtheit. Wichtig ist es hierbei zwischen Low Carb und No Carb zu unterscheiden. Letztere Ernährungsweise vermeidet den Verzehr von Kohlenhydraten völlig – soweit dies möglich ist. Bei einer kohlenhydrat-armen Diät liegt der Fokus auf der richtigen Lebensmittelwahl sowie -menge. Bevor nun aber die Einzelheiten dieser Diät vorgestellt werden, sind einige Grundlagen für das Verständnis notwendig.

Wie funktionieren Kohlenhydrate?

Der menschliche Körper ist in der Lage, aus diversen Nährstoffen Energie zu gewinnen; wir sprechen hier von den Makronährstoffen Eiweiße (Proteine), Fette sowie Kohlenhydrate. Führst man diese Nährstoffe durch die Nahrung zu, kann der Körper durch diverse Prozesse Energie gewinnen, die er für Organfunktionen oder Bewegung benötigt. Jeder Makronährstoff hat hierbei eine besondere Stellung und wird anders verstoffwechselt. Kohlenhydrate werden beispielsweise durch das Blut in beispielsweise die Muskulatur geleitet. Dort sammeln sie sich als Glykogen und stehen für körperliche Aufgaben bereit. Wenn man also Einkaufe die Treppen hinauf trägt, werden die Muskeln unter anderem durch die Kohlenhydratspeicher in Armen, Beinen und Rumpf angetrieben. Der große Vorteil der Kohlenhydrate liegt darin, dass sie sehr schnell verfügbar sind. Sie eignen sich daher hervorragend als Energielieferanten für Spitzenbelastungen. Wer beispielsweise einen Sprung ausführt, lässt den Körper mit Vorliebe auf Kohlenhydrate zurückgreifen. Geht man hingegen eine Stunde lang spazieren, wird die Energie für den Spaziergang bevorzugt durch Fette bereit gestellt. Fette werden zwar langsamer verstoffwechselt, bieten aber bezogen auf das Gewicht mehr Energie. Tatsächlich liefern Kohlenhydrate „nur“ etwa 4 kcal pro Gramm, ebenso wie Protein. Fett hingegen liegen bei ca. 9 kcal/g.
Du fragst dich an dieser Stelle vielleicht, ob die Glykogenspeicher in deinen Muskeln eine Obergrenze haben. Die Antwort lautet eindeutig: ja. Je nach Faktoren wie Geschlecht, Größe und Muskelmasse kann der menschliche Körper etwa 500 g Glykogen lagern. Sind die Speicher voll, lagert der Körper den Überschuss als Körperfett ein. Wer nun sehr kohlenhydratreich isst und die Speicher gleichzeitig nicht durch Bewegung aufbraucht, stellt die Weichen für den Aufbau von Körperfett. In diesem Zusammenhang muss allerdings auch noch zwischen den unterschiedlichen Arten von Carbs unterschieden werden. Es existieren nämlich sogenannte schnelle und einfache Kohlenhydrate. Oftmals werden auch die Bezeichnungen kurze und lange Carbs oder einfache und komplexe Carbs verwendet. Alle Begriffe beschreiben die gleichen Hintergründe. Weniger geeignet sind die Begriffe gute und schlechte Kohlenhydrate.

Die Unterschiedlichen Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sind aus Ketten von Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff aufgebaut. Der Körper muss bei der Verdauung diese Ketten zunächst zerlegen. Je länger eine Kette ist, desto mehr Arbeit hat der Körper; das Spalten dauert entsprechend länger. Schnelle, kurze oder einfache Kohlenhydrate bestehen aus kurzen Ketten und können schnell in den Blutkreislauf geleitet werden. Haushaltszucker oder Obst gehören zu dieser Art. Vollkornprodukte hingegen bestehen als langen Ketten und müssen erst aufwendig gespalten werden. Die Energie aus einem Vollkornprodukt steht nicht unmittelbar zur Verfügung. Dies wiederum ist für die Insulinausschüttung wichtig, die ein wichtiger Punkt einer Low Carb Diät ist.

Teil 2 dieser Reihe widmet sich dem zweifelhaften Konzept hinter vielen Low Carb Diäten. Hier geht es weiter!

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