Darf es ein bisschen mehr sein?

Ich möchte ein Thema besprechen, dass leider viel zu oft in üblichen Fitnessstudios zu beobachten ist. Viele Sportler trainieren ohne einen sinnvollen Trainingsplan. Ein sinnvoller Trainingsplan ist hierbei keineswegs ein 2er-Split mit Gewichten nach Tagesform und Gefühl. Obwohl es eigentlich offensichtlich sein sollte, trainieren viele – vor allem Männer – nach genau diesem Schema. Das „Trainingssystem“ dieser Experten besteht dann darin, dass sie nach freiem Ermessen die Gewichte, Wiederholungszahlen oder Übungsanzahl steigern. Warum dies bestenfalls suboptimal ist, erkläre ich im Folgenden.

Was ein Trainingssystem leisten soll

Wenn ich als Personal Trainer einen Trainingsplan mit dem Ziel Muskelaufbau erstelle, dann weiß ich in der Regel welche Übungen, Gewichte, Sätze und Wiederholungszahlen mein Kunde in den nächsten sechs bis acht Wochen nutzen wird. Selbstverständlich passe ich den Plan gegebenenfalls ein wenig an, das Grundgerüst steht jedoch fest. Auf diesem Weg sorge ich für die nötige Progression und behalte die völlige Kontrolle über das Training.
Wenn die Experten im Studio die Gewichte nach Bauchgefühl erhöhen, hat dies nichts mit Kontrolle zu tun. Es handelt sich um reine Zufallsprodukte, die auf Dauer nicht zielführend sein werden. Selbstverständlich ist es sinnvoll, dass sich die Gewichte in einem Trainingsplan erhöhen; wenn sie aber an drei Trainingseinheiten hintereinander um fünf Kilogramm steigen, um dann vier Wochen lang konstant zu bleiben, weil der Sportler an sein Limit gelangt ist, dann ist dies Quatsch.

Warum Gewichte nicht immer der erste Ansatzpunkt sein sollten

Wie bereits erwähnt können die Veränderungen im Trainingsplan diverse Größen einbeziehen. Stellen wir uns nun einen Sportler vor, der jahrelang fünf Übungen für die Brustmuskulatur mit jeweils drei Sätzen und acht Wiederholungen absolviert. Solche Athleten gibt es tatsächlich! Er wird also versuchen, seine Gewichte langsam zu steigern. Irgendwann gelangt er an ein Maximum, an dem es nicht vorangeht. Was tut er in diesem Punkt? Er wird entweder auf diesem Plateau weiter trainieren und hoffen, dass die Fortschritte wieder einsetzen. Mit Sicherheit wird er keinen „Schritt zurück“ machen und mit kleineren Gewichten trainieren. Die Anführungsstriche sind deshalb gesetzt, weil geringere Gewicht keineswegs einen Rückschritt bedeuten müssen. Vielleicht wird der Sportler aber auch einfach mehr Übungen und Sätze für die Brust absolvieren. Er macht dann vielleicht wieder ein paar Wochen Fortschritte und erreicht das nächste Plateau. Mit der Zeit dauert sein Workout dann zwei Stunden und Trainingseffekte bleiben dennoch aus.
In einem sinnvollen, progressiven Trainingsplan werden die Gewichte regelmäßig reduziert, um sozusagen „neuen Anlauf“ zu holen. Wenn der Sportler also immer nur an den Gewichten ansetzt, trainiert er in eine Sackgasse. So kommt es, dass in den Fitnessstudios zahlreiche Männer jahrelang trainieren und sich wundern, wieso die Fortschritte ausbleiben. Schade, dass das Ego im Weg steht! Gerne erstellen wir bei Octofit einen individuellen Plan, mit dem auch im Fitnessstudio oder zuhause trainiert werden kann.

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