Du hast einen vollen Terminkalender, aber den festen Willen, endlich fitter zu werden, deine Ausdauer zu steigern und ein paar Kilos zu verlieren? Du hast von HIIT gehört – diesem fast schon mythischen Training, das maximale Ergebnisse in minimaler Zeit verspricht. Aber die Intensität schreckt dich ab und du fragst dich: Wie fange ich mit HIIT überhaupt an, ohne mich komplett zu überfordern oder zu verletzen?
Dieser Guide ist deine Antwort. Wir nehmen dich an die Hand und zeigen dir, wie du als Anfänger sicher und effektiv in die Welt des hochintensiven Intervalltrainings einsteigst. Vergiss die Vorstellung, stundenlang auf dem Laufband zu schwitzen. Es ist Zeit für ein Workout, das wirklich zu deinem Leben passt.
- Was ist HIIT? HIIT steht für Hochintensives Intervalltraining. Es kombiniert extrem kurze, hochintensive Belastungsphasen mit kurzen Pausen.
- Der Hauptvorteil: Du erreichst in sehr kurzer Zeit (oft nur 15-20 Minuten) mehr als in langen, moderaten Trainingseinheiten.
- Für wen ist es? Perfekt für Menschen mit wenig Zeit, die ihre Fitness und Fettverbrennung maximieren wollen.
- Das Grundprinzip: Bringe deinen Puls in den Belastungsphasen auf 85-95 % deiner maximalen Herzfrequenz.
Was genau ist hochintensives Intervalltraining (HIIT)?
Bevor wir starten, lass uns klarstellen, was HIIT eigentlich ist. Stell dir das Gegenteil von einem gemütlichen Dauerlauf vor. Hochintensives Intervalltraining (HIIT) ist eine Trainingsmethode, bei der sich zwei Phasen immer wieder abwechseln:
- Die Belastungsphase: Eine sehr kurze, aber extrem anstrengende Phase von meist 20 bis 60 Sekunden. Hier gibst du alles und bringst deine Herzfrequenz ordentlich in die Höhe.
- Die Erholungsphase: Eine kurze Pause, in der du entweder gar nichts tust oder dich nur sehr locker bewegst. Sie ist gerade lang genug, um kurz Luft zu holen, bevor der nächste Sprint beginnt.
Ein klassisches Beispiel, das oft im Tabata-Stil verwendet wird, ist: 20 Sekunden Belastung (z. B. Burpees), gefolgt von 10 Sekunden Pause. Dieser Zyklus wird dann achtmal wiederholt, was ein komplettes Workout in nur vier Minuten ergibt. Der Schlüssel ist die Intensität. Aus meiner Sicht ist genau das der entscheidende Hebel, der HIIT so wirkungsvoll macht. Es geht nicht darum, lange zu trainieren, sondern in den kurzen Intervallen wirklich an deine absolute Leistungsgrenze zu gehen.
Die unschlagbaren Vorteile von HIIT für Vielbeschäftigte
Du weißt jetzt, dass es bei HIIT um maximale Intensität geht. Aber warum solltest du dich dieser Anstrengung aussetzen? Ganz einfach: Weil der Lohn für deine Mühe unvergleichlich hoch ist, besonders wenn Zeit dein knappstes Gut ist. Die Vorteile von HIIT gehen weit über das reine Kalorienverbrennen während des Workouts hinaus.
Mehr Kalorien verbrennen – auch nach dem Training (Nachbrenneffekt)
Das ist vielleicht der beeindruckendste Effekt von HIIT. Durch die extremen Belastungsspitzen wird dein Stoffwechsel so stark angekurbelt, dass dein Körper auch Stunden nach dem Training noch auf Hochtouren läuft, um sich zu regenerieren. Diesen Zustand nennt man Nachbrenneffekt oder Excess Post-exercise Oxygen Consumption (EPOC).
Dein Körper verbraucht also zusätzliche Energie – und damit Kalorien –, um wieder in den Normalzustand zu kommen. Laut Angaben der AOK kann dieser Effekt bis zu 48 Stunden anhalten. Das bedeutet: Du verbrennst Kalorien, während du auf der Couch sitzt, arbeitest oder schläfst. Ein moderates Ausdauertraining kann hier nicht mithalten.
Deine Ausdauer und Herzgesundheit explodieren lassen
HIIT ist ein brutales, aber extrem effektives Training für dein Herz-Kreislauf-System. Die intensiven Intervalle zwingen dein Herz, mehr Blut zu pumpen und deine Lunge, mehr Sauerstoff aufzunehmen. Das verbessert deine maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) – ein Schlüsselindikator für deine kardiovaskuläre Fitness – deutlich schneller als langes, monotones Cardio-Training. Du wirst merken, wie dir Treppensteigen oder der Sprint zum Bus plötzlich viel leichter fallen.
Flexibilität pur: Dein Workout, deine Regeln
Du brauchst kein teures Fitnessstudio und keine speziellen Geräte. In der Praxis hat sich immer wieder gezeigt, dass die größte Hürde für viele nicht die Anstrengung ist, sondern der Weg ins Fitnessstudio. HIIT räumt dieses Hindernis aus dem Weg. Du kannst ein hochintensives Workout mit Übungen mit dem eigenen Körpergewicht wie Burpees, Kniehebe oder Seilspringen absolvieren – in deinem Wohnzimmer, im Park oder im Hotelzimmer. Diese Form des Trainings ist auch ein zentraler Baustein im Crosstraining, wo funktionale Fitness im Vordergrund steht.
Dein erstes HIIT Workout: So startest du sicher und effektiv
Die Theorie sitzt, die Motivation ist da. Jetzt geht es an die Praxis. Der Schlüssel für einen erfolgreichen Start ist, die Intensität langsam zu steigern und deinen Körper nicht zu überfordern. Vergiss die YouTube-Videos von Fitness-Profis, die in einem unmenschlichen Tempo durch Burpees fliegen. Dein Weg beginnt mit kontrollierten Bewegungen und dem Fokus auf eine saubere Technik.
Das richtige Warm-Up (unverzichtbar!)
Springe niemals kalt in ein HIIT-Workout. Ein gründliches Aufwärmen von 5-10 Minuten bereitet dein Herz-Kreislauf-System, deine Muskeln und Gelenke auf die bevorstehende Belastung vor. Das reduziert das Verletzungsrisiko drastisch. Experten, wie die der Deutschen Sporthochschule Köln, betonen immer wieder die Wichtigkeit eines spezifischen Warm-ups. Mache leichte Cardio-Übungen (Hampelmänner, auf der Stelle laufen) und dynamische Dehnungen (Armkreisen, Beinpendel).
Ein HIIT Workout für Anfänger (15 Minuten)
Dieses Einsteiger-Workout konzentriert sich auf einfache, aber effektive HIIT Übungen. Nutze einen Timer oder eine App.
- Das Intervall: 30 Sekunden Belastung, gefolgt von 30 Sekunden Pause.
- Die Übungen: Führe die folgenden vier Übungen nacheinander aus.
- Die Runden: Absolviere insgesamt drei Runden des gesamten Zirkels.
1. Hampelmänner
2. Kniehebelauf an der Stelle
3. Mountain Climbers (langsam und kontrolliert)
4. Kniebeugen (ohne Gewicht)
Wichtige Tipps für deinen Start
- Frequenz: Beginne mit maximal zwei HIIT-Einheiten pro Woche. Dein Körper braucht Zeit, sich anzupassen.
- Technik vor Tempo: Konzentriere dich auf eine saubere Ausführung der Übungen. Die Geschwindigkeit kommt von allein.
- Höre auf deinen Körper: Muskelkater ist normal, stechender Schmerz ist es nicht. Ich empfehle an dieser Stelle meistens, lieber eine Einheit ausfallen zu lassen, als ein Übertraining oder eine Verletzung zu riskieren. Gib dir mindestens 48 Stunden zur Regeneration zwischen den Workouts.
Fazit: HIIT ist nicht die Frage, ob du Zeit hast – sondern ob du es willst
HIIT ist mehr als nur ein Trend. Es ist die logische Konsequenz für einen modernen Lebensstil, in dem Zeit das wertvollste Gut ist. Es ist brutal, es ist anstrengend, aber es ist vor allem eines: ehrlich. Du investierst 20 Minuten volle Konzentration und bekommst dafür maximale Ergebnisse für deine Ausdauer, Fettverbrennung und Gesundheit zurück. Hör auf, nach Ausreden zu suchen. Fang an, Resultate zu schaffen.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft pro Woche sollte ich als Anfänger HIIT machen?
Als Anfänger sind ein bis zwei HIIT-Einheiten pro Woche ideal. Gib deinem Körper zwischen den Trainingseinheiten mindestens 48 Stunden Zeit zur Regeneration, um Übertraining und Verletzungen zu vermeiden.
Kann ich mit HIIT Muskeln aufbauen?
HIIT hilft vor allem, die bestehende Muskulatur zu erhalten, insbesondere während einer Diät. Für gezielten Muskelaufbau ist klassisches Krafttraining effektiver, aber HIIT ist eine hervorragende Ergänzung, um die allgemeine Leistungsfähigkeit zu steigern. Die genaue HIIT Methode lässt sich aber an verschiedene Ziele anpassen.
Ist HIIT für jeden geeignet?
Nein, nicht uneingeschränkt. Personen mit akuten Verletzungen, Gelenkproblemen oder vorbestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten vor dem Start unbedingt einen Arzt konsultieren, um die Belastbarkeit abzuklären.
Was ist der Unterschied zwischen HIIT und Tabata?
HIIT ist der Überbegriff für hochintensives Intervalltraining. Tabata ist eine sehr spezifische und populäre Form von HIIT, die aus acht Intervallen mit 20 Sekunden maximaler Belastung und 10 Sekunden Pause besteht.

