Wie geht gesunde Ernährung? Teil 2

In Teil 1 dieser Serie habe ich beschrieben, warum jeder Mensch zumindest für eine Zeit lang Kalorien zählen sollte. Jetzt geht es um die Makronährstoffe, die da lauten: Kohlenhydrate, Proteine und Fette. Dies sind die Nährstoffe, die den menschlichen Körper mit Energie versorgen.

Sind Kalorien Kalorien?

Nun gibt es die Vertreter der Auffassung, dass Kalorien gleich Kalorien sind, es also egal ist, aus welcher Quelle man die Energie aufnimmt. Sie behaupten überspitzt dargestellt, dass 2.000 kcal aus Haferflocken die gleichen Folgen haben wie 2.000 kcal aus Sonnenblumenöl. Grundsätzlich liegen diese Personen auch gar nicht verkehrt, wenn man ein paar Einschränkungen beachtet – und damit meine ich nicht, dass kaum jemand 2,5 l Sonnenblumenöl trinken kann.
Ich möchte nicht allzu sehr ins Detail gehen, aber ein paar Punkte müssen in diesem Zusammenhang beachtet werden: Einfache Kohlenhydrate, wie sie beispielsweise in Süßigkeiten stecken, sorgen für eine starke Insulinausschüttung, die nicht nur die Fetteinlagerung begünstigt, sondern, durch den damit verbunden Insulinabfall für Heißhunger verantwortlich sind. Fette enthalten pro Gramm die meisten Kalorien, bei fettigen Speisen merkt man also oftmals gar nicht, wie viele Kalorien tatsächlich verspeist werden. Proteine, also Eiweiße, sind schlechte Energielieferanten, weil der Körper sie primär als Baustein einsetzt. Außerdem geht bei ihrer Verstoffwechselung bereits ein gewisser Energieanteil verloren.

Fallbeispiele

Betrachten wir nun die folgenden Fallbeispiele: Ein Mann mit einem Energiebedarf von 2.500 kcal nimmt am Tag 2.000 kcal aus Süßigkeiten zu sich. Wird er abnehmen? Vermutlich ja, allerdings wird er den ganzen Tag über an Hunger leiden. Nun isst dieser Mann keine Süßigkeiten mehr, sondern ausschließlich Nackensteaks; fünf bis sechs Nackensteaks ergeben in etwa 2.000 kcal. Auch in diesem Fall wird der Mann wahrscheinlich abnehmen, aber Hunger leiden, weil fünf Nackensteaks keine ausreichende Sättigung herbeiführen. Nun entscheidet sich der Mann für Magerquark, der sehr proteinreich und fettarm ist. Hiervon müsste er etwa 3 kg essen, um auf 2.000 kcal zu kommen. Es ist offensichtlich, dass 3 kg Magerquark den Magen gut füllen und Hunger wahrscheinlich nicht aufkommen wird. Gleichzeitig wird der Mann wahrscheinlich sogar mehr abnehmen als bei den ersten beiden Varianten.
Dass alle drei Fallbeispiele nicht der richtige Weg in eine gesunde Ernährung sein können, ist klar. Ich hoffe, ich konnte damit aber zeigen, dass Kalorien nicht alle gleich sind. Die Wahl der Makronährstoffe ist eine wichtige Stellschraube.
Nun kommt der Punkt, an dem die Bedeutung der Makronährstoffe allerdings wieder relativiert wird. Denn, ob ich meine Makros nun im Verhältnis 60:20:20 oder 40:30:30 aufteile, macht für einen Diäterfolg wiederum kaum einen Unterschied. Welche Nährstoffverteilung ich nun rate, verrate ich im dritten Teil dieser Serie.

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